Desertas

Desertas
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Desertas (Verlassen auf Deutsch) ist der Name der drei kleinen südöstlich von Madeira gelegenen Inseln: das Eiland Chão, Deserta Grande und Bugio. Verwaltungstechnisch gehören sie zum Bezirk Santa Cruz.
 
Durch ihren vulkanischen Ursprung bestehen sie überwiegend aus roter und gelber Asche; sie verfügen über einen enormen fast durchgehend felsigen Küstenstreifen von etwa 37.700m, der aus sehr steilen, fast vertikalen Schichtstufen besteht, wodurch die Inseln sehr schwer zugänglich sind.
 
Die Desertas-Inseln sind eines der letzten Rückzugsgebiete für die Südlichen Seebären, deren Bevölkerung von geschätzten 23 Exemplaren sich gerade etwas erholt.
 
Der Südliche Seebär gilt als das Wahrzeichen des Naturschutzgebietes. Die Region ist außerdem ein wichtiges Nistgebiet für verschiedene Seevögel. Die im Castanheira-Tal im Norden der Deserta Grande-Insel lebende Deserta-Tarantel (Lycosa ingens) gehört zu den Ureinwohnern dieser Insel. Darüber hinaus bieten die Inseln auch eine großartige Pflanzenvielfalt. Diese Gegend wurde 1990 durch den Regionalerlass Nr. 14/90/M zum “Besonderen Schutzgebiet Ilhas Desertas” erklärt, und 1995 dann durch den Regionalerlass Nr. 9/95/M zum Naturreservat mit einer Fläche von 9.672 Hektar einschließlich aller Inseln und Eilande.
 
Der marine Bereich ist unterteilt in ein Teilreservat im Norden, und ein Vollreservat im Süden. In Anerkennung des natürlichen und ökologischen Wertes dieser Inseln klassifizierte der Europarat sie 1992 zum biogenetischen Reservat.
 
Obwohl die Initiative zum Schutz dieser Inseln hauptsächlich aus der Dringlichkeit der Erhaltung der Südlichen Seebären entstand, ist ihr Ziel der Schutz und die Erhaltung von Flora und Fauna als Ganzes, mit all den dort ansässigen seltenen und endemischen Arten.
 
Die Unterwasserjagd ist im gesamten Gebiet verboten, und Seefahrt im südlichen Teil.
Dieses Naturreservat gehört zum Netzwerk Natura 2000.
 
Kurzer geschichtlicher Überblick 
 
Die Inseln sind bereits seit dem 14. Jahrhundert unter ihrem aktuellen Namen bzw. dem Singular “Ilha Deserta” bekannt, obwohl sie erst nach den ersten Entdeckungsreisen von João Gonçalves Zarco 1420/1421 und später dann mit der Kolonisierung und Errichtung der ersten menschlichen Siedlungen in Funchal ernsthaft erkundet wurden.
Es wurde mehrfach ohne jeglichen Erfolg der Versuch unternommen, Portugiesische Siedlungen dort zu errichten, was an der durch Brandung und Wind zerklüfteten Landschaft und dem Fehlen von Süßwasserquellen scheiterte.
Historische Quellen berichten von der Anpflanzung von Weizen und Gerste auf Deserta Grande gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Ziel, Weideflächen für das eingeführte Vieh zu bieten. Auf Deserta Grande befindet sich noch heute eine Tenne in perfektem Zustand, und auf dem Eiland Chão die Überreste einer weiteren. Die Inseln befanden sich zwischen 1894 und 1971 im Privatbesitz zweier Englischer Familien aus Madeira, woraufhin sie (ebenso wie die “Selvagens”-Inseln) vom Portugiesischen Staat gekauft und in ein Naturreservat umgewandelt wurden.
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